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                                             Wappen

 

Lage:

Im Herzen von Südamerika liegt Paraguay, im Dreiländereck zwischen Bolivien, Argentinien und Brasilien. Das Binnenland erstreckt sich von 55° - 63° westlicher Länge, der südliche Wendekreis läuft mitten durch das Land.

Klima:

Subtropisch bis tropisch,

Das Klima Paraguays mit über 300 Sonnentagen im Jahr lässt sich mit dem Kaliforniens oder Floridas vergleichen und ist angenehm für Europäer. Im europäischen Winter von Juli bis September herrscht hier Sommer. Typische Regenzeiten sind im Januar und Oktober. Die trockenen Monate sind vom Mai bis August. Die Durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 22° Celsius. Im Winter bei ca. 14° und im Sommer bei 32°. Höchsttemperaturen von 45 - 46 Grad sind keine Seltenheiten.

   Nicanor Duarte

El Präsidente Nicanor Duarte ist der derzeitige Präsident in Paraguay. Die Präsidenten wechselten dort sehr schnell. Eine Liste der Präsidenten mit Angaben der Amtszeit finden Sie ganz unten auf dieser Seite!

Asunción
Nuestra Señora Santa María de la Asunción

REGIERUNGS PALAST

Asunción, Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt von Paraguay, im Süden des Landes gelegen, am Zusammenfluss von Rio-Paraguay und Pilcomayo. In Asunción befindet sich der wichtigste Hafen des Landes, und die Stadt ist ein bedeutendes Kulturzentrum. Fabriken produzieren Zigaretten, Möbel und Schuhe. Hauptexportgüter sind Fleisch und Fleischprodukte, Holz, Baumwolle und Sojabohnen. Fast alle importierten und exportierten Güter Paraguays gehen durch Asunción. Die Stadt hat einen internationalen Flughafen und ist über die Eisenbahn und einen Fluss mit Buenos Aires und anderen südamerikanischen Städten verbunden. In Asunción befindet sich das Nationalmuseum für Kunst, die Nationalbibliothek und das Nationalarchiv. Der Sitz der Nationaluniversität aus dem Jahr 1890 und der Katholischen Universität aus dem Jahr 1960 ist ebenfalls hier.

Asunción wurde als erste Dauersiedlung in der südamerikanischen Region La Plata am 15. August 1537 gegründet. Gründer war Domingo Martínez de Irala, ein Leutnant in der vom spanischen Soldaten und Kolonisten Pedro de Mendoza angeführten Expedition. 1811 wurde in Asunción die Unabhängigkeit Paraguays von Spanien ausgerufen. Die Einwohnerzahl beträgt ca. 520 000.

   Asunción bei Nacht

Asunción bei Nacht.  Durch die sehr dünne Besiedelung des Landes, das größer als Deutschland ist, wird die Stadt von den meisten als das gesamte Land angesehen. Jeder Paraguayo möchte in Asunción wohnen.

  Regierungspalast

Am Regierungspalast in Asunción bin ich häufig gewesen, sofort dahinter befindet sich ein riesiges Elendsviertel. Hütten aus alten Brettern, Blechen und Pappkartons. Entlang den schmalen Fußwegen zwischen den Hütten fließt langsam aber stetig die stinkende Brühe (Abwasser) zum Fluss hinunter. Auch hier habe ich mich gründlich umgesehen, mit den Leuten gesprochen und viele Fotos gemacht.

  Elendsviertel

 Von der Terasse des Kongressgebäudes sehen die Politiker direckt auf die Bretterbuden der riesigen Chacaritas. (Elendsviertel)

Von nahem sieht das neue Kongressgebäude noch großspuriger aus. Die Bewohner der oberen Bretterbuden der „Chacarita“, des Elendsviertels am Fluss, leben nur 50 Meter von der riesigen, spiegelnden Eingangsfassade entfernt, ein Kontrast, wie man ihn sich extremer kaum vorstellen kann. Ich komme mit einigen ins Gespräch, was gar nicht schwer ist, wenn sie unverfälschte Neugier spüren. Ihre Kommentare zu den „Nachbarn“ vor ihrer Nase sind eindeutig, man muss sich beinahe wundern, dass die Scheiben im Kongress noch ganz sind ...Mir fällt wieder einmal auf, dass es die Frauen sind, die viel eher und ungezwungener die Kommunikation suchen und auch ihrerseits interessierte Fragen an den Fremden stellen.
Ihre größte Sorge ist zur Zeit der erneut aufgewärmte Plan einer „Franja Costera“: Ihr wild wucherndes „Wohn“gebiet soll durch einen gigantischen Damm vor der ständig drohenden Überschwemmung durch den Rio Paraguay geschützt werden. Die Bewohner der Armenviertel aber trauen dem Frieden nicht, zu oft ist nichts geschehen bzw. wenn doch, dann ganz anders als angekündigt. Am meisten Angst haben sie davor, „weg gelobt“ zu werden; sie wollen unbedingt hier in Zentrumsnähe bleiben, mit den Möglichkeiten der Gelegenheitsjobs, ohne Miet- und Fahrtkosten zahlen zu müssen.

  Kongressgebäude

 

 

Slums - spanisch. Chacaretas - Elendsviertel

Die Chacaretas, die unterhalb der Hochwasser-Schutzmauer, auf einem tief liegenden Überflutungsgebiet liegen, bieten einen jämmerlichen Anblick. Alles was nicht Niet und nagelfest ist, wird zum Bau ihrer Hütten benutzt. Wie man sehen kann sogar die Verkehrsschilder. Aus unwissenheit fangen sie mit der Abdeckung der Dächer oben an. So läuft das Regenwasser immer schön in die Hütten. Dort werden bei Regen Schüsseln und Töpfe aufgestellt um das Wasser so aufzufangen. Trotzdem sind die Bewohner immer guter Dinge und leben einfach in den Tag hinein. Bei Hochwasser ist dann alles im nu, wie von Zauberhand, weg. Dann, wenn das Wasser zurück geht, beginnt von neuem die Bautätigkeit.

  Asunción

Asunción am Rio Paraguay gelegen mit dem Turm des Hotels Guarani, da habe ich sehr oft mit guten Freunden gefrühstückt und schöne Stunden im Club, oder am Abend in der Bar und im Casino verbracht. Da die Preise für Einheimische nicht zu bezahlen sind, trifft man nur Ausländer aller Nationen an.

   Die Hafenanlage in Asunción

Alle Handelsgüter die in Paraguay ankommen oder die das Land verlassen gehen ausnahmslos über den Hafen in Asunción.

  Großbrand

Das moderne IPS Krankenhaus in Asunción steht in hellen Flammen. Es brannte total nieder.

   Kaufhausbrand

Bei diesem Kaufhausbrand in Asunción hat es viele Brandopfer gegeben, sogar bis hin zur Beinamputation. Diese Bilder, obwohl ich sie habe, möchte ich ihnen gerne ersparen.

 

  Rio Paraguay

Der mächtige Rio Paraguay durchschneidet das Land unt teilt es in Ost-und Westparaguay. Im Westen liegt der sehr dünn besiedelte und Wasserarme Gran Chaco ca. 1 Einwohner je 7 Quadratkilometer und ist auch die Heimat der Indianerstämme. Der Westen wird überwiegend von den Paraguayos, Nachkommen der Ureinwohner und der Spanier, besiedelt. Zu meiner Zeit kostete 1 Hektar = 10.000 qm Land im Gran Chaco sage und schreibe nur 0,50 Pfennig. Hierzulande einfach nicht nachvollziehbar.

  Skyline von Asunción

Der höchste Turm ist das Hotel Guarani. Da kommen nur reiche oder Urlauber um zu übernachten. Die einfache Bevölkerung kann dort nichteinmal einen Kaffee trinken. 1 Kaffee kostet ca. 3500G = 1,75€. Der durchschnittliche Tagesverdienst liegt bei 4500G.  G =  Guarani

 

   100.000 Guaranies

Das sind etwa 50 €. Münzen wurden vor etwa 20 Jahren gänzlich abgeschaft. Als Wechselgeld bekommt man an der Kasse einige Bonbon zurück.

 

  Wohnhäuser

Wohnhäuser in Asunción, in der nähe von Lambaré. Der Bauwillige kann bauen was er will, Bauvorschriften kennt man nicht. Erst ab einer Höhe von über 30m muss eine rote Lampe angebracht werden.

Vor dem Regen

Der Himmel sieht bedrohlich aus, manchmal bekommt man dabei richtig Angstzustände, als sei der Weltuntergang nahe. Tropische Regenfälle sind kurz aber sehr heftig. Diese niedergehenden Wassermassen können wir uns hierzulande einfach nicht vorstellen.

Nach einem heftigen Tropenschauer, den man sich hierzulande nicht vorstellen kann, verwandeln sich die Strassen oftmals in reißende Flüsse. Große Felsbrocken haben die gewaltigen Wassermassen mit sich gerissen. Ich habe in Asunción erlebt wie die Wassermassen bis zu 1,5 m hoch durch die Strassen flossen. Oftmals schwimmen die Kinder in den Strassen wenn das Wasser etwas ruhiger dort steht. Autos mit samt den Insassen verschwinden auf nimmer wiedersehen.

 

  Nach dem Regen

Nach einem Tropenschauer sehen die Straßen in Asunción so aus. Aber glauben Sie mir, das hier ist der Normalfall. Niemand wird sich darüber aufregen, es ist halt so! Ich selbst wurde einmal von einem LKW regelrecht gerettet.

Nach wirklich heftigen Schauern, von ca. 40 bis 50 Minuten, werden immer einige Autos von den reißenden Wassermassen mitgerissen und verschwinden auf nimmer wieder sehn im Rio Paraguay. Manchmal sind es 7 bis 8 Fahrzeuge die einfach mit ihren Insassen als vermisst gemeldet werden.

Paraguay hat wohl die schlechteste Kanalisation der Welt.

 

   Strassenbild

Asuncións Strassen sind mit Löchern gepflastert. Autofahrten werden manchmal zum Kunststück und das auch nur im Schritttempo. Oftmals sind die Löcher nicht zu sehen oder einfach zu spät zu erkennen. Dann kracht es so richtig und so mancher holt sich einen Achsenbruch. Auf dem Bild gut zu erkennen, haben Anwohner bereits ihren Unrat eingebracht und das Loch mit einer weißen Plastiktüte gekennzeichnet.

   Gauchos

Die Gauchos sind die Cowboys in Südamerika, sie treiben die riesigen Rinderherden, die oft einige tausend zählen, zusammen und sind dabei immer bewaffnet. Es gibt keine Einschränkungen um Waffen zu führen. Problemlos bekommt jeder beim Kauf einer Waffe eine Art Ausweis, die den Besitz und das tragen der Waffe bestätigt.

  Indio

Die Guaraní sind ein indianisches Volk, das bereits in präkolumbischer Zeit als Ackerbauern im mittleren Südamerika siedelte und somit zu den indigenen Völkern Südamerikas zählt.

Den Indios ist es verboten Waffen oder gefährliche Werkzeuge zu besitzen. Selbst wenn sie auf den Farmen arbeiten und ihnen Sägen oder Äxte bereit gestellt werden, müssen sie von bewaffneten Aufsehern bewacht werden. Sollte einer mit dem Werkzeug fliehen, darf sofort geschossen werden. Sie dürfen auch keinen Weißen ohne Aufforderung ansprechen.

 

 Die schönsten Freizeitanlagen

Diese Art Freizeitanlagen findet man sehr häufig, in Ostparaguay, über das ganze Land verteilt. Alle Angebote sind großzügig angelegt und lassen keine Wünsche offen.

Eine andere Anlage die in reizvoller Gegend eingebettet wurde.

Die allabendlichen Sonnenuntergänge sind immer wieder ein wahres Erlebnis und voller Schönheit. Die Welt wird einfach in fantastische Farben verwandelt.

Zu diesem Bild braucht es kein Kommentar!  Ist das nicht einfach himmlisch hier am Pol in der Sonne zu liegen?

 

 Die wunderschön angelegten Freizeit - Clubs

 Paraguay unterhält viele große Freizeit-Clubs in allen Regionen. Die größten stelle ich Ihnen mit Texten und Bildern vor.

 Club Sol de Amerika

 

  Wappen "Sol de Amerika" In Asunción

Der Eingang des Clubs Sol de Amerika befindet sich auf der Avenida Kinta = 5. Straße, hinter den Häusern versteckt, in der Hauptstadt Asunción. Vor dem Club habe ich 2 Speiselokale gekauft. 1. "Piccola Italia 1" und 2. "Piccola Italia 2".

 

Paraná Cauntry Club

Im Departament "Alto Parana" nahe "Ciudad del Este" liegt der "Paraná Cauntry Club" auf einem Gelände, das von 3 Flüssen umgeben ist.

  Club-Haus

Die Fensterfrond, unten in Wasserhöhe, wird komplett nach unten ins Mauerwerk versenkt, so entsteht eine große Theke an der die Badegäste, auf ihren Hockern, die unter Wasser angebracht sind, vom Pool aus ihre Getränke genießen können.

 

  Club-Haus

 

 

  Freundschaftsbrücke

Über diese Brücke bin ich monatelang täglich von Ciudad Präsidente Strössner, wie die Stadt vor der Revolution noch hieß, nach Brasilien hinüber gefahren. Ganz unten rechts im Bild ist Paraguay da habe ich öfter geangelt. Die gegenüber liegende Seite mit der Stadt ist Brasilien. Die große Insel, links im Bild, ist unbewohnt und noch immer Streitpunkt  über die Besitzrechte.

 Über die Nacht der Revolution und andere Erlebnisse werde ich später noch berichten.

 

Country Club "Rio Beach"
Encarnación - Itacuá
am Rio Parana

Encarnación, die Perle im paraguayischen Süden

Nur 8 km von Encarnación entfernt finden Sie in einer  unberührten Natur, direkt am Río Parana einen exclusiven Wohnpark mit allen Annehmlichkeiten eines gehobenen Niveaus.

Im Wohnpark " Rio Beach " finden Sie ein ruhiges, großzügiges komfortables Wohnen in individuell geplanten Villen, Bungalows und Residencias.

Grundstücke in den unterschiedlichsten Größen ab 500 qm mit topographischen Höhenunterschieden, tropischem Baumbestand, Panoramasicht, in einer Oase der Ruhe und Friedlichkeit..

Sie finden unter anderem vor: bebaute und unbebaute Grundstücke, gepflasterte Straßen und Wege, Dreiphasenstrom, Wasseranschluss, Telefon, großer Swimmingpool, Tennisplatz, Reitmöglichkeiten, Abenteuerspielplatz, Fußballplatz, Trimm-Dich-Pfade, Bootsanlegesteg für Yachten, (Bootshafen in Bau), weiße Sandstrände, Grillplätze, Restaurant im Bau, Flugpiste für Privatflugzeuge ist geplant.

Im Country Club " Río Beach " wohnen Sie wie auf Wolken in einer der schönsten Regionen von Paraguay. Sie können innerhalb einer Stunde in Posadas (Argentinien) sein. Hier befindet sich ein internationaler Flugplatz mit mehreren täglichen Flügen nach Buenos Aires.

 

Der COUNTRY CLUB verfügt über ca. 450 (vierhundertfünfzig) Grundstücke.

Preis p/m²: USD 24 (vierundzwanzig US-Dollar) plus Mehrwertsteuer (IVA).

 

 

 

Folgendes ist im Preis eingeschlossen:

  - Clubhaus, Spielraum, Imbissstube und Restaurant.
  - Abwasserentsorgung, Trinkwasser, Strom, Telefon und Privatsicherheit.

   Villa

Villa im eigenwilligen Stiel gebaut, entworfen vom Bauherrn. Hier gibt es keine Bauvorschriften.

 

  Bungalows

Massiv gebaute Bungalows am Urwaldrand mit gepflasterter Strasse.

 

 

 

 

 

 Der Eingang und Hauptstrasse zum Clubgelände.

 

 

Die Kataratas

Kataratas = Wasserfälle

  

Die breitesten und größten Wasserfälle der Welt.

Im Dreiländereck Brasilien, Paraguay und Argentinien erstrecken sich die riesigen Wasserfälle über eine ungeahnt grosse Landfläche. Um Ihnen alles zu zeigen, müsste ich hier 1000de Fotos einbinden. Eine kleine Auswahl zeige ich Ihnen ohne Kommentar zu den Bildern.

        

 

 

 

 Itaipú 

 Itaipú Staudamm

 

Das größte Wasserkraftwerk der Welt.

Mit einer Höhe von 200 Meter und einer Länge von rund acht Kilometern ist der Itaipú-Staudamm am Rio Grande, zwischen Paraguay und Brasilien, der größte Staudamm der Welt. Sieben Jahre lang – von 1975 bis 1982 – waren 30.000 Arbeiter mit dem Bau des Mega-Damms beschäftigt. Er verschlang die stattliche Summe von 18 Milliarden Dollar. Jede Sekunde schießen bis zu sechs Millionen Liter Wasser durch die Schleusen. 18 Turbinen verwandeln diese gewaltigen Wassermassen in Energie – in knapp 90.000 Gigawattstunden pro Jahr. Eine Stadt wie Berlin könnte damit sechs Jahre auskommen. Den Strom teilen Brasilien und Paraguay unter sich auf. Der Damm staut eine Wassermasse von 29 Millionen Kubikmetern auf. Würde er brechen, hätte das katastrophale Folgen für die beiden südamerikanischen Länder. Und tatsächlich könnte eine kleine Muschel Auslöser einer solchen Katastrophe sein. Diese Muscheln bilden riesige Kolonien an der Staumauer und fressen dort kleine Mikroorganismen. Das schwächt den Beton, die Staumauer könnte irgendwann brechen - falls nichts dagegen unternommen wird. Wunderwelt Wissen erklärt, wie das größte Wasserkraftwerk der Welt funktioniert und was seine Betreiber gegen die zerstörerische Muschel unternehmen.

         

Überlauf am Staudamm     Turbinien und Staudamm        

         

Staudamm, Teilansicht      Staudamm mit Stausee

  Staudamm Itaipú

Staudamm Gesamtansicht

  Fallrohre

Sehen Sie den Bus und rechts unten das Männlein. So können Sie die Hohe, ca. 200 m.  in etwa erahnen. Da unten sind wir auch bei einer Besichtigungs-Rundreise mit dem Bus entlang gefahren. Bedenken Sie, die Strecke ist ca. 8 km. lang. Danach wird unterhalb der riesigen Mauer in einem modernen Flachdachgebäude eine Filmforführung gezeigt. Das war ein super tolles Erlebnis.

  Itaipu Staudamm

 

Itaipu wird noch erweitert.

 

 

 

 

Die grüne Hölle in Paraguay "Gran Chaco"

Indianer und der Gran Chaco - sowie die Mennoniten! Vergangenheit und die Zukunft!  

 

 

Der Gran Chaco oder kurz Chaco ist eine Region mit Trockenwäldern und im Inneren Südamerikas. Er umfasst den Norden vonDornbuschsavannen Argentinien, den westlichen Teil von Paraguay und den Südosten von Bolivien. Seine Ostgrenze bilden die Flüsse Río Paraná und Río Paraguay, während sich seine Westgrenze von Nord nach Süd etwa von Santa Cruz de la Sierra (Bolivien) über Santiago del Estero (Argentinien) bis nach Córdoba erstreckt.

Im Süden geht der Chaco fast unmerklich in die Pampa über, im Westen grenzt er an die Regenwälder der Yungas. Hinter denen die Ostgrenze bildenden Flüssen beginnt ein leicht hügeliges, teilweise sumpfiges Grasland. Der Name Chaco stammt aus der indigenen Sprache Quechua und wurde von chacu für Treibjagd oder baumlose Ebene abgeleitet.

Das Klima ist tropisch bis subtropisch. Die Sommer sind heiß und feucht, die Winter mäßig warm und teils sehr trocken. Im Chaco liegt der Hitzepol Südamerikas, und zwar im argentinischen Rivadavia (+48,7 °C). Während der Osten des Chaco ein relativ feuchtes Klima besitzt, ist der Westen deutlich trockener, dort gibt es häufige Dürren im Winterhalbjahr.

 

 

 

 Indianer

 

Die eigentlichen Ureinwohner Paraguays sind Indianer. (Indios)

 

Wenn wir in Europa an Indianer denken, haben wir meist die Zeit des „Wilden Westens“ in Nordamerika im Kopf. Wir denken auch an eine andere Lebenswelt, eine andere Kultur und an eine Naturverbundenheit, die unsere Zivilisation nicht mehr hat. Der Begriff „Indianer“ löst bei vielen von uns eine besondere Faszination und vielleicht sogar Sehnsucht aus.

Dieser Bevölkerungsgruppe gebe ich einen größeren Rahmen! Wer sich für das Leben der wirklich exestierenden Indianer-Stämme interessiert, nicht wie wir es aus vielen Filmen her kennen, der ist hier richtig.

Macá - Indianer

 

  Cacique

Macá Häuptling in Feindesland.  Cacique ist Häuptling oder Stammesoberhaupt. Ein König! Aber bettelarm.

Dieser König der Macá Indianer ist einer meiner größten Freunde. Fast genau 1,5 Jahre habe ich bei ihnen gewohnt. Als ich damals bei den Macá ankam, wurde ich erst mal misstrauisch begutachtet und zum Häuptling gebracht. Der sah meinen am Gürtel hängenden Hirschfänger und war davon so begeistert, dass ich ihn zum Geschenk an den Casique machte. Mit meinem Geschenk hatte ich sofort bei allen Indianern meine Anerkennung und wurde sofort in ihren Kreis aufgenommen. Mir wurde am gleichen Tag eine Hütte von jungen Männern gebaut und so blieb ich bei ihnen. Das, Sie können es mir glauben, war die schönste Zeit in meinem Leben.

“Angepasst” an das Leben in der Großstadt haben sich seit Jahren die Mitglieder des Stammes der “Macá”, die auf einer Flussinsel des Rio Paraguay in der Nähe von Asunción “wohnen”. Sie lassen Touristen in ihr kleines Reservat und legen gegen Bezahlung ihre alten Trachten und den verstaubten Federschmuck an, vielleicht machen sie auch ein Tänzchen - für mich - ein trauriges Bild!
Für den, der noch einen Dollar drauf legt, ziehen die Frauen auch schon mal den Pullover hoch und zeigen ihre nackten Brüste.
Im Zentrum von Asunción sieht man sie ihr “Kunsthandwerk” anbieten, nachgemachte Gebrauchs- und Schmuckgegenstände. Wenn man den Flitzebogen nur ein wenig spannt, kracht er mitten durch.
Der einstigen “
Cacique” der Macá ist am Helden – Pantheon zu sehen, er lächelt freundlich und bietet geduldig seinen Touristenkrempel an - vielleicht ein noch traurigeres Bild. Ein König als Bettler.

 

Die Guarani Indianer

 Die Guaraní sind ein indianisches Volk, das bereits in präkolumbischer Zeit als Ackerbauern im mittleren Südamerika siedelte und somit zu den indigenen Völkern Südamerikas zählt. Die bekannteste Gruppe bilden die Guarani Indianer. Deren Sprache wurde übernommen und die Währung wurde nach ihnen benannt. Ein nicht ganz friedlicher Stamm, die Macá Indianer, bei denen ich 1,5 Jahre gelebt habe, sind noch als halbwilde zu bezeichnen. Alle Stämme sind in den Gran Chaco zurück gedrängt worden. Der Gran Chaco ist ein riesiges Gebiet das sich von Brasilien über Paraguay bis nach Argentinien zieht und sehr wenig Wasservorkommen besitzt.

   Chaco-Karte

 Auf dieser Karte sehen Sie bereits was im "Gran Chaco" lebt und wichtig ist.

 

  Domingo Pérez

Cacique: In deutsch, "Kazike" Domingo Pérez: Kazike = Häuptling oder auch Stammes-Oberhaupt. Ja, so sieht ein echter Indianerhäuptling aus.

Sein eigentlicher Name ist, wie er selbst mit eigenen Worten berichtet:  "Hoch’in"  heiße ich. Das ist der Name, den mir mein Vater, meine Großeltern und meine Mutter gegeben haben. Seit wir Indianer alle zwangsweise spanische Namen annehmen mussten, heiße ich Domingo Perez. Ich bin ungefähr 70 Jahre alt, vielleicht auch 68, ich weiß es nicht.

Domingo Pérez ist Cacique (Häuptling/ Vorsteher) von Santa Maria del Este, einer Indio-Gemeinde am Rio Pilcomayo, dem Grenzfluss zwischen Argentinien und Bolivien. Er gehört wie die anderen Familien des Dorfes zum Volk der Wichi.

Als ich klein war, gab es keine Schule, war ich bei meinen Eltern. Erst dann kamen die Engländer, missionierten uns, und hielten Unterricht. Lehrten uns das Evangelium, lehrten uns den Respekt voreinander. Dann starben meine Eltern. Erst dann wurde ich registriert. Deshalb weiß ich nicht, wie alt ich bin.   

Ich bin seit vielen Jahren Cacique, nicht seit gestern oder heute, sondern seit 1972. Damals gab es noch andere, die älter und erfahrener waren. Sie haben mich ausgewählt, mit dem Ziel, dass ich das Dorf in der Zukunft verteidige. Auch wenn ich morgen nicht mehr sein sollte, bleibt immer die Zukunft für dieses Land. 

Man muss dieses Land, das Land von uns Ureinwohnern respektieren. Wie dieser Fluss, der Rio Pilcomayo. Er ist wie der Vater aller Indianer hier im Norden Argentiniens, aber auch der Indianer auf der anderen Flussseite, in Bolivien. Von März bis Juni fangen wir hier Fisch. Wir verkaufen auch etwas davon. 

den Honig, den wir sammeln. Und es gibt den Chaguar, eine Pflanze, aus der man Fasern zum Weben gewinnen kann, die aber auch Früchte zum Essen hat. Es gibt viele Dinge zu essen da draußen. Ganz wichtig sind für uns die Früchte des Algarrobo-Baumes. Aber von denen gibt es immer weniger. Ich glaube, Ihr wisst, dass wir ein ernstes Problem haben. All diese Früchte werden von den großen Tieren der weißen Siedler aufgefressen, den Ziegen und Rindern. 

Früher gab es genug von all den Pflanzen. Wir, die Caciques der 35 Wichi-Gemeinden - uns zusammengeschlossen um unser Land zu verteidigen und unsere Familien. Wir müssen verhindern, dass wir umgesiedelt werden. Seit mehr 500 Jahren lebten hier nur Wichis. Deshalb fordern wir für uns, die Gemeinden der Wichi, ein gemeinsames Territorium. Schon heute wird es für uns immer schwieriger Holz fürs Feuer zu beschaffen. Deswegen wollen wir ein zusammenhängendes Territorium. Was sollen wir mit kleinen abgetrennten Parzellen, wo sollen wir da unser Holz herbekommen. Warum haben sich die Wichi vermehrt? Weil es Nahrung im Überfluss gab, draußen im Wald. Deshalb sollen die Bäume geschützt werden. 

Und es gibt auch immer weniger Tiere zum Jagen. Das liegt zum Teil daran, dass es immer mehr Straßen gibt. Früher gab es hier keine Motoren, keinen Verkehr. Deshalb wird das Jagen schwieriger, und deshalb wollen wir keine kleinteiligen Parzellen. Denn dann müssen wir noch weiter raus, um Tiere zu jagen. Deshalb wollen wir ein Territorium. Wir kämpfen jetzt seit 12 Jahren um unser Land. 

Meine wichtigste Aufgabe heute ist, nach einem Nachfolger für mich zu suchen. Vielleicht gibt es mich morgen nicht mehr, also ist es Zeit, einen anderen Cacique zu suchen. Ich weiß noch nicht, wer es wird, aber es gibt einen, der mir zur Zeit als eine Art Assistent dient, vielleicht wird er es. Nein, es ist nicht mein Sohn.

Das sind genau übersetzt die Worte eines Indianerhäuptlings.  

   Junge Indianerin

 Die junge Indianerin will, mit dem Geldschein in der Hand, etwas einkaufen.

 

 

Paraguays Tierwelt

  Nandu

 

 

In aller Ruhe spatziert der Nandu die Trans Chaco Route entlang. Solche Bilder, wo das Wild bis zur Straße kommt, hat der Reisende in ruhigen Gebieten sehr häufig.

  Krokodilkaiman

Krokodilkaimane sind weit verbreitet. Man kann sie in fast allen ruhigen Gewässern übers ganze Land sehen.

Die Kaimane sind eine Unterfamilie der Alligatoren innerhalb der Krokodile. Sie werden den Echten Alligatoren gegenüber gestellt. Kaimane kommen ausschließlich in Südamerika vor, mit Ausnahme des Krokodilkaiman, dessen Verbreitungsgebiet bis nach Mittelamerika reicht.

 

  Zeichnung

 Breitschnauzenkaiman

Der Breitschnauzenkaiman findet sich vor allem in großräumigen und flachen Süßwassersümpfen vor, kann sich jedoch auch in Mangroven, Seen oder Flussbereichen aufhalten. Sein Verbreitungsgebiet liegt an der Ostküste Südamerikas vom brasilianischen Rio Grande do Norte bis in das südliche Uruguay sowie außerdem in den Becken von Sáo Francisco, Doce, Paraíba, Paraná sowie des Río Paraguay im Grenzgebiet von Brasilien und Argentinien.

Der Breitschnauzenkaiman erreicht eine maximale Körperlänge von etwa 3,50 Metern. Die meisten Männchen werden dabei allerdings selten über drei Meter, die Weibchen bleiben in der Regel sogar nur etwa zwei Merter lang. Er ist gleichmäßig grau- bis olivbraun gefärbt. Die Schnauze dieses Kaimans ist sehr breit und stumpf und weist eine dunkle Zeichnung an den Kiefern auf, die zu Verwechslungen mit dem Brillenkaiman führen kann.

 

  Brillenkaiman

 

  Brillenkaiman

  

  Puma

 Mein Erlebnis mit einem Puma können Sie in kürze hier nachlesen.

  Puma-Kätzchen

 

  Jaguar

 

 

 Vogelspinne

 

Wildschweine

Die Wildschweine wurden von den Indios dort nach der Jagt,  aufgehängt.

 

Toromochostorch

 

         

Nutria                    Aligatoren                           Schildkröte

 

 

 

 

 Andere Tierarten

   Blattschneiderameise

 

   2 Blattschneiderameisen

 

 

  Gecko

 

 

  Kakerlake

 

 

 

 

 

Die Pflanzenwelt

 

Flaschenbaum: Der Flaschenbaum ist bereits ein selten gewordenes Gehölz in den kultivierten Gebieten Ostparaguays. Seit einigen Jahren wird er geschützt, neu angepflanzt uns steht unter Naturschutz.

 

Bromelo:  Bromelen können durch ihre rasche Vermehrung oft zu einer regelrechten Plage werden. Auf meinem Grund habe ich zeitweise Tausende vernichten lassen. Ihre harten Stacheln die rechts und links der langen steifen Blätter wachsen dringen bei Berührung gleich ins Fleisch und verursachen ein leichtes Brennen und oft böse Entzündungen.

 

 

Kaktus

 

 

 Kaktusblume

  1  2  3  4  5  6  7  8

 1Ananas, 2Lapacho, 3Arbustos, 4Jacaranda, 5Ilamas, 6Orquidea, 7Palmera, 8Paloborracho

  Königin der Nacht

 

  Kaktusblume

 

Bilder

 In Vorbereitung

 

 

Die schreckliche Nacht der Revolution

Den Bericht (was ich in der Nacht selbst erfahren durfte) über die Revolution könnt ihr später an dieser Stelle lesen

 

 

 Der Triple- Allianz- Krieg

 

Der Triple Alianz- Krieg von 1864 bis 1870, in Brasilien Paraguayischer Krieg genannt, zwischen Paraguay auf der einen und Brasilien, Argentinien und Uruguay auf der anderen Seite, war der blutigste Konflikt in der lateinamerikanischen Geschichte.

   

Geschichte

In den Jahren 1870 - 1935

Die Auswirkungen des Triple-Allianz-Krieges waren schrecklich, das einst blühende Land war ausgeblutet. Über eine Million Paraguayer waren tot, das Land von den Siegesmächten besetzt und unter sich aufgeteilt. Paraguay verlor die Hälfte seines Territorium. Am 22. Juni 1876 verliesen die letzten Besatzungstruppen der Alliierten das Land. Nun begann eine neue Zeit des Leidens, ein mörderisches Gerangel um den Posten des neuen Präsidenten setzte ein. Paraguay brachte in der Zeit vom Tod López bis zum Amtsantritt Stroessners im Jahre 1954, also in 84 Jahren, 40 Präsidenten hervor. Viereinhalb Monate nach seinem Amtsantritt wurde der neu gewählte Präsident Juan Bautista Gill zusammen mit seinem Bruder von Anhängern des früheren Aussenministers Dr. Machain auf offener Strasse ermordet. Der Viceminister übernahm daraufhin für ein Jahr die Amtsgeschäfte. Es folgten dann von 1878-80 Präsident Cándito Bareiro, bis 1886 sein Innenminister General Bernardino Caballero, der auch die Partei "Partido Colorado", die heutige Regierungspartei gründete. Dann Präsident Escobar und ab 1890 Juan Gonzales. Ab 1894 übernahm Marcos A. Moringo die Regierung über das zusammengeschrumpfte Volk von 335000 Köpfen, einschliesslich 1400 Soldaten.
Es war wiedereinmal eine schlimme Zeit für die Bevölkerung, immer wieder kam es zu Umstürzen, die Sicherheit der Bürger war fast ständig in Gefahr, die Währung war instabil, die Rechtssprechung und die Verwaltung waren nahezu gelähmt. Es kamen von 1881 bis 1891 nur 5957 Einwanderer, darunter 1343 Deutsche.

 

      

 Bernado Caballero                                    Juan Bautista Gill

 

Die Liste der ehemaligen Präsidenten ließe sich fortsetzen, manche waren nur ein paar Tage an der Regierungsspitze und wir wollen nicht alle aufzählen. Als sich das Land so langsam vom Triple-Allianz-Krieg erholte, kam es wieder einmal zu politischen Problemen, diesmal mit Boliven, es ging um die territorialen Ansprüche des Gran Chacos. Nach alten spanischen Kabinettbeschlüssen aus den Jahren 1741 und 1777 hatte der nördliche Nachbar Bolivien die verbrieften Eigentumsrechte an dem

trockenen, ödem Savannengebiet. Die Paraguayer hatten aber in den vergangenen Jahrzehnten einige Forts und Verteidigungsstellungen zum Schutz gegen wilde Indianerstämme in dem Gebiet errichtet und beanspruchten nun das Land. Sicherlich wäre der Chaco auch in Zukunft als eine Art von Niemandsland toleriert worden, wenn da nicht auf einmal hartnäckige Gerüchte über grosse Ölvorkommen aufgetaucht wären. Übrigens haben sich diese Gerüchte bis zum heutigen Tag gehalten und immer wieder wird nach Öl gebohrt. Die paraguayische Regierung schob ihre nördlichen Militärposten weiter in den westlichen Chaco vor und die Bolivianer, die nun ebenfalls ein brennendes Interesse an dem öden Landstrich zeigten, stellten ihre Besitzansprüche. So erklärte Paraguay unter Präsident Eusebio Ayala 1932, Bolivien den Krieg der bis 1935 andauerte. Drei Jahre kämpften die Paraguayer gegen einen militärisch und personell weit überlegenen Gegner in der Hölle des Chacos unter furchtbaren Bedingungen. Durch die Unwegsamkeit des Geländes kam es auf beiden Seiten fast ständig zu Nachschubproblemen, es fehlte Trinkwasser, Essen, Medikamenten und an Munition. Malaria, Schlangenbisse, Moskitos, Ameisen, Thyphus und die mörderische Sonne forderten ihre täglichen Opfer. Ganze Bataillone kamen bis auf den letzten Mann durch Durst um.

  Schlacht von Curupaiti 1866

Gemälde über die blutige Schlacht von Curupaiti 1866

   Erdbunker

 

Obwohl die Bolivianer personell und Ausrüstungsmässig weit überlegen waren, siegten die Paraguayer in diesem unseligen Krieg. Der Einsatz der bis zur Verzweiflung kämpfenden Paraguayer war beispiellos, einmal griff eine paraguayische Einheit ohne einen einzigen Schuss Munition, nur mit Bajonetten, Knüppel und Spaten, gegen ein voll ausgerüstetes bolivianisches Regiment an, in einem unübersichtlichen Sumpfgelände und machte es unter furchtbaren eigenen Verlusten, vollständig nieder.
Insgesamt verloren in diesem Krieg, den die Paraguayer gewannen, 50.000 Paraguayer und 80.000 Bolivianer ihr Leben. Der nachfolgende Friedensvertrag regelte die Gebietsrechte und der Chaco gehört nun zu Paraguay.

 Die Paraguayische Artillerie auf dem Vormarsch im Gran Chaco.  

 

  

Paraguayische Artillerie                                          Paraguayische Luftwaffe im Chaco-Krieg

Kriegsursachen und Kriegsbeginn

In Uruguay begann im April 1863 der Führer der Partei der Liberalen (Colorados), Venancio Flores, einen Aufstand gegen die Regierung, die von der konservativen Partei (Blancos) kontrolliert wurde. Dabei wurde er von Argentinien und Brasilien unterstützt. Dadurch geriet die uruguayische Regierung in große Bedrängnis und wandte sich hilfesuchend an Paraguay, welches durch sein für damalige Verhältnisse großes und gut ausgebildetes Heer sowie eine fortschrittliche Wirtschaft einen Großmachtstatus in der Region innehatte. Es regierte in Paraguay seit 1862 der Diktator Francisco Solano López. López sah das regionale Kräftegleichgewicht gestört und ergriff für die Blancos Partei. Er befürchtete, die Brasilianer und Argentinier könnten im Falle eines Erfolgs in Uruguay dann nach diesem Muster auch gegen seine Herrschaft in Paraguay vorgehen. Daher forderte er ein Ende der brasilianischen Einmischung in Uruguay. Weil Brasilien darauf ablehnend reagierte, beschlagnahmte er ein brasilianisches Schiff auf dem Río Paraguay, setzte die Besatzung und den an Bord befindlichen Gouverneur der Provinz Mato Grosso gefangen und erklärte Brasilien im Dezember 1864 den Krieg. Paraguayische Truppen drangen in den Mato Grosso ein, wo sie auf wenig Widerstand stießen. Die Brasilianer konzentrierten ihre Kräfte auf den weit wichtigeren Kriegsschauplatz Uruguay. Dort waren sie erfolgreich; am 20. Februar 1865 konnten sie die Hauptstadt Montevideo erobern und Flores zum Präsidenten einsetzen. Damit war der Krieg in Uruguay für die von Paraguay unterstützte Seite bereits verloren.

Um den brasilianischen Truppen in Uruguay entgegentreten zu können, forderte López vom argentinischen Präsidenten Bartolomé Mitre das Recht zum Durchmarsch durch die argentinische Provinz Corrientes. Argentinien, das in dem Krieg offiziell neutral war, de facto aber die brasilianische Armada durch nationale Gewässer passieren ließ, lehnte ab. Darauf erfolgte am 18. März 1865 die Kriegserklärung Paraguays an Argentinien. López konnte sich auf ein gut ausgebildetes Heer von 60.000 Mann stützen, während die Gegner unvorbereitet waren und zunächst lediglich ca. 26.000 Mann aufbieten konnten.

  Paraguayanische Kriegsgefangene

In Curupaiti wurden so die Paraguayanischen Kriegsgefangenen zu Schau gestellt.

   

 Paraguayische Luftwaffe                                        Die Überreste des Chacokrieges

Im August 1865 mussten die López-Truppen zwei schwere Niederlagen hinnehmen. Eine Einheit wurde bei Yatay von Venancio Flores geschlagen, eine andere bei Uruguayana von Mitre. Mitre rückte nun mit 47.000 Mann in Paraguay ein. López musste seine Stellungen bei Itapúa räumen. Im Mai 1866 griff er mit 18.000 Mann bei Tuyuti das dortige Hauptlager der Alliierten (34.700 Mann) an. Die Paraguayer erlitten eine schwere Niederlage. Die Angaben über ihre Verluste schwanken stark, aber auf jeden Fall verloren sie ihre besten Soldaten. Doch versäumten es die Alliierten, anschließend die Initiative zu ergreifen, und so konnten die Paraguayer sich neu gruppieren und Ersatzkräfte mobilisieren.

Die brasilianische Flotte mit ihrer starken Artillerie beherrschte die Flüsse Paraná und Río Paraguay, daher waren die Paraguayer von der Verbindung zum Atlantik abgeschnitten. Die Alliierten wollten über den Río Paraguay zur Hauptstadt Paraguays Asunción vordringen, die an diesem Fluss liegt. Dazu mussten sie erst die Festung Humaitá am Fluss einnehmen. Ein erster Angriff auf die Uferstellung Curupaití südlich von Humaitá wurde im September 1866 von den Paraguayern abgewehrt. Im Februar 1867 musste Mitre wegen innenpolitischer Schwierigkeiten nach Buenos Aires zurückkehren. Den Oberbefehl der Verbündeten übernahm der brasilianische General Deodoro da Fonseca, der spätere Duque de Caxias. In beiden Armeen wütete die Cholera. Im Juli 1868 mussten die Paraguayer unter dem Druck überlegener Kräfte Humaitá räumen, das sie zuvor erbittert verteidigt hatten.

Trotz der Erfolge der Allianz stellte sich in Brasilien, Uruguay und Argentinien Kriegsmüdigkeit ein. Wiederholt kam es im Verlauf des Krieges zu Kontakten mit dem Ziel, die Feindseligkeiten zu beenden. Diese Versuche scheiterten hauptsächlich daran, dass López nicht zum Rücktritt bereit war. Selbst Mitglieder seiner Familie, die den Präsidenten zu überzeugen versuchten, dass der Krieg aussichtslos geworden sei, darunter seine Brüder und sein Schwager, wurden hingerichtet. Seine siebzigjährige Mutter und seine beiden Schwestern ließ López auspeitschen.

Im Dezember 1868 kam es bei Lomas Valentinas unweit von Asunción zur letzten großen Schlacht. Beide Seiten erlitten hohe Verluste; am Ende war die paraguayische Streitmacht vernichtet. López musste die Hauptstadt Asunción aufgeben und sich nach Norden zurückziehen. Am 2. Januar 1869 zog Deodoro da Fonseca in Asunción ein. López wollte aber nicht kapitulieren und bot Kinder und Greise auf. Er verlegte die Hauptstadt nach Piribebuy.

In der Endphase des Krieges, am 22. März 1869, übernahm Gaston d'Orléans, Graf von Eu, der Schwiegersohn des brasilianischen Kaisers, das Oberkommando der alliierten Streitkräfte. Er erwies sich als fähiger Kommandeur und brachte den Krieg zu einem siegreichen Ende. Im August 1869 fiel Piribebuy. Die alliierten Truppen hetzten die Reste von López' Armee durch Paraguay.

Im Nordosten Paraguays konnte López noch einmal einige tausend Kämpfer um sich scharen. Am 1. März 1870 wurde auch dieses „letzte Aufgebot“ bei Aquirabán besiegt und López getötet, als er sich nicht gefangennehmen ließ.

 Die Ruinen von Humanita.

 

Ein paraguayischer Soldat an seiner Waffe

Kriegsergebnis

 Im Friedensvertrag vom 20. Juni 1870 musste Paraguay 144.000 km², etwa 50 Prozent seines Territoriums, an Brasilien und Argentinien abtreten. Argentinien eignete sich die Misiones-Region und einen Teil der Chaco-Region zwischen den Flüssen Bermejo und Pilcomayo an. Brasilien schlug die gewonnenen Gebiete seiner Provinz (später Bundesstaat) Mato Grosso zu; nach der Teilung des Mato Grosso 1979 gehört das Gebiet heute zum brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Die letzten brasilianischen Besatzungstruppen zogen erst 1876 aus Rest-Paraguay ab.

Der Krieg hat auf beiden Seiten insgesamt über 2 Millionen Menschen das Leben gekostet und ist damit im Verhältnis zur Bevölkerungszahl einer der verlustreichsten Kriege der Weltgeschichte. Nach Schätungen wurde die Paraguaysche bevölkerung von rund 500`000 auf rund 116`000 reduziert; von den Überlebenden waren viele invalid und es gab nur noch einen Bruchteil an männlicher Bevölkerung im Land. War Paraguay vorher einer der wirtschaftlich fortschrittlichsten und mächtigsten Staaten der Region, konnte es diesen Status bis heute nicht wieder erreichen.

   

Paraguayische Artillerie

 Paraguayische Soldaten

 

 

 Alfredo Strössner

  General Don Alfredo Strössner

Don ist ein Tittel der jedem reichen Landbesitzer zugesprochen wird.

Nachdem Paraguay 1811 in die Unabhängigkeit entlassen wurde ergriffen
zunächst mehrere Diktatoren die Macht.

Nach dem Triple Allianz Krieg um 1860 verfiel das Land über einen
Zeitraum von 84 Jahren in politische Wirren die mehr als 40
Präsidenten hervorbrachte. Erst der deutschstämmige Alfredo
Strössner konnte ab 1954 diese Wirren beenden.

Den 35 Jahren seiner Regierung hat Paraguay einen Grossteil seines
wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwungs zu verdanken. Als negativ
bleibt in Erinnerung daß er besonders in den ersten Jahren seiner
Regentschaft demokratische Bewegungen und Opposition radikal
unterdrückte.

Nach einem ziemlich unblutigen Putsch 1989(die FAZ schrieb damals
"Familienstreitigkeiten in Paraguay") ging die Regierung an Andrés
Rodriguez über. Noch im Mai des gleichen Jahres wurde dieser mit einer
Stimmenmehrheit von ca. 70% zum ersten Präsidenten nach Strössner
gewählt.

 

Lebenslauf des
Don Alfredo Strössner

General und Präsident
von Paraguay
von 1954 bis 1989

geb. 03.11.1912
in Encarnacion
Gestorben am 16.08.2006 in Brasilia
Hier ein bißchen Geschichte:
(Aus Tapferes Paraguay von Hubert Krier)

Geboren wurde Alfredo Stroessner am 3.November 1912 in Encarncion, der damals zweitgrößten Stadt Paraguays, als Sohn des aus Hof in Bayern einwanderten kaufmännichen Angestellten Hugo Stroessner. Der Vater entstammte einfachen Verhältnissen, er arbeitete in Encarnacion als Buchhalter einer Bierbrauerei und war mit einer Paraguayerin, Heriberta Matiauda, verheiratet. Mit 17 Jahren begann Stroessners militärische Laufbahn, mit 19 wurde der Leutnant. Ein Jahr später brach der Krieg gegen Bolivien um den Chaco aus, in dem sich der junge Mann seine Sporen als besonders tapferer und tüchtiger Offizier verdiente. Schnell aufsteigend wurde er bereits 1948, im Alter von 36 Jahren, als damals jüngster General Südamerikas, Brigadegeneral. Um diese Zeit war die Colorado-Partei, nach 44 Jahren Opposition, wieder an die Regierung gekommen; sie versprach sich Nutzen von dem jungen, durch eine ungewöhnliche Karriere ausgezeichneten General. 1954 wurde Stroessner, damals Oberbefehlshaber der paraguayischen Armee, zum Divisionsgeneral befördert und als con den Colorados aufgestellter Kandidat zum Staatspräsidenten gewählt. Bereits vorher, wahrscheinlich 1940, hatte er mit einer Paraguayerin einfacher Herkunft, Eligia Mora Delgado aus dem Ort Benjamin Aceval, eine Familie gegründet, der zwei Söhne und eine Tochter entstammten. - Der Präsident spricht spanisch und guaraní, er versteht ferner portugiesisch, deutsch und englisch.
Bei der ersten Begegnung mit Stroessner stellt man verwundert fest, dass sein Äußeres wenig der über ihn umlaufenderen Charakteristik entspricht. Er ist ein für südamerikanische Verhältnisse hochgewachsener, etwas beleibter, gutmütig und bieder wirkender Mann, dunkelblond und blauäugig, ein Typ, dem man häufig in Bayern begegnet, - keineswegs besonders militärisch im Auftreten, höflich, bescheiden, in der Unterhaltung kaum durch brillante Formulierungen beeindruckend. Nichts in seiner Erscheinung ließ den fanatischen, von leidenschaftlichem Arbeitsethos durchdrungenen Patrioten erkennen, den auch persönlich furchtlosen Verherrlichter soldatischer Tapferkeit, den Mann, unter dessen Regierung zu Beginn zahllose Kommunisten und Verschwörer ihr Leben lassen mussten, den gerissenen politischen Taktiker, der seit über drei Jahrzehnten alle Drähte der Macht bei sich zu vereinen und sicher zu handhaben verstand. Befasste man sich aber eingehender mit der Persönlichkeit, so fand man alle diese im Äußeren nicht hervortretenden Weisenszüge bestätigt.
Dass ein paraguayischer Frontoffizier des siegreichen Chaco-Krieges persönliche Tapferkeit besaß und extrem nationalistisch dachte, war angesichts der soldatischen Tradition dieses Volkes selbstverständlich. Stroessner huldigte darüber hinaus einem reglerechten Tapferkeitskult: den großen Besiegten des Tripleallianzkrieges, Marschall López, erhob er wegen seiner Vaterlandsliebe und Todesverachtung zu einer Art Nationalheiligen. Der paraguayische Historiker O'Leary, der den Marschall in seinen Büchern als Heros verherrlichte, wurde dafür zu Lebzeiten durch ein Denkmal geehrt und erhielt bei seinem Tode ein pompöses Staatsbegräbnis. Träger hoher ausländischer Tapferkeitsauszeichnungen konnten bei einem Besuch Paraguays im voraus eines wohlwollenden Empfangs bei Stroessner gewiss sein. Auch die erbittersten Feinde hielten widerwillig dem Präsidenten zugute, dass er seit Übernahme seines Amtes ein Arbeitspensum bewältigte, das die meisten Menschen seines Alters binnen Kürze unter die Erde brächte. Um vier Uhr morgens begann er vom Bett aus zu regieren, telephonisch mit Kommandanten militärischer Einheiten Kontakt aufzunehmen und seine Minister durch Anrufe in Trab zu setzten. Spätestens um sechs verlegte er seine Arbeit in den Regierungspalast. Aufgaben zu delegieren, war nicht seine Sache; in allen wichtigen Fragen entschied er selbst und griff außerdem oft in untergeordnete Routinevorgänge ein. Die Arbeit, durch ständige Besuche und eine dreistündige Mittagspause unterbrochen, dauerte oft bis ein Uhr nachts. Es ist erstaunlich, wie der Präsident diesen Stress als Dauerzustand gesundheitlich durchstand, denn seit seinem Amtsantritt 1954 hatte er sich - ebenso wie den Ministern - keinen Urlaub gegönnt; nur die Sonn- und Feiertage waren der Jagd und dem Angelsport gewidmet. Wenn das Studium eines Problems ihn ermüde - so behauptete dieser Arbeitsroboter - erholte und entspannte es ihn vorzüglich, einen anderen Aktenvorgang zur Hand zu nehmen. Die Gegner des Regimes interpretierten den für ein Staatsoberhaupt ungewöhnlichen Arbeitsrhythmus, insbesondere die kurze Nachtruhe, hämisch, wenn auch nicht sonderlich glaubhaft, als bloße Vorsichtsmaßnahme: Die meisten der 40 Amtsvorgänger seit 1870 seien durch Revolten gestützt worden, die in der ersten Hälfte der Nacht oder aber bei Sonnenaufgang gestartet wurden. Leidenschaftliche Vaterlandsliebe, fanatischer, bis in jede Einzelheit konsequenter Antikommunismus und die tiefeingewurzelte Idee von der ethischen Überlegenheit soldatischen Tapferkeit dürften in Stroessners Weltbild die drei tragenden Säulen sein - erhaben über jede Diskussion, Kritik oder auch nur inneren Zweifel. Von dieser Grundlage aus bemühte er sich mit eisernem Fleiß, die Aufgaben des Staatspräsidenten pragmatisch und unvoreingenommen nach den Regeln des gesunden Menschenverstandes zu lösen. Musterbeispiele dafür waren seine Politik des guten Schuldners, mit der er soviel Anerkennung in der freien Welt gefunden hatte, und die seiner Ansicht nach ähnlich gelagerte, von ihm seit vielen Jahren, sogar gegen den Rat des Internationalen Währungsfonds, mit Ausdauer - und lange Zeit mit Erfolg - verteidigte Stabilität der paraguayischen Währung. Stroessners eigentliches Motiv für beides dürfte nicht in irgendwelcher volkswirtschaftlichen Theorie bestanden haben, sondern in dem militärischer Simplifikation gefühlsmäßig erkorenen - nicht überall in Lateinamerika praktizierten - Grundsatz, dass Ehrlichkeit die beste Politik ist und auf ein gegebenes Versprechen Verlass sein muss. Mit der gleichen vereinfachenden, aber klaren Logik hatte sich Stroessner von Anfang an dafür entschieden, dass Paraguays Denken und Handeln, das eines treuen und verlässlichen Partners der Vereinigten Staaten zu sein hat. Dieser Entschluss stützte sich auf lebendig fortwirkende geschichtliche Reminiszenzen, nüchternes Kalkül und Antikommunismus. Die engen Bande Paraguays zu den USA reichten mehr als ein Jahrhundert zurück, der vom Präsidenten Carlos Antonio López 1859 abgeschlossene "Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag" ist heute noch in Kraft. Ein großes paraguayisches Departement wurde aus Dankbarkeit nach dem neunzehnten Präsidenten der Vereinigten Staaten Hayes (1877-1883) benannt, der dem Lande bei einer Grenzauseinandersetzung mit Argentinien zur Seite gestanden hatte. Als die USA 1965 wegen Gefahr kommunistischer Subversion in Santo Domingo einrückten, entsandte Paraguay als erstes lateinamerikanisches Land dorthin ein kleines Truppenkontingent, um die Amerikaner durch eine moralische Geste zu unterstützten. Bei den UNO-Abstimmungen schloss sich Paraguay regelmäßig dem Standpunkt der USA an. Deren Bereitschaft, den lateinamerikanischen Staaten mit ansehnlichen Finanzmitteln unter die Arme zu greifen, wurde von vielen dieser Länder, manchmal auch aus verständlichen Gründen, mit Ressentiments und Misstrauen beantwortet - nicht aber in Paraguay. Als Rockefeller 1969 im Auftrage des US-Präsidenten eine offizielle Rundreise durch Lateinamerika unternahm, brachen an vielen Orten - vom Ausland inspiriert - anti-amerikanische Unruhen aus; in Asunción wurde daraus, obwohl der rebellische Teil der Geistlichkeit sich einspannen ließ, ein kläglicher Misserfolg, wie überhaupt die lateinamerikanische Anti-Yankee-Stimmung in Paraguay kaum Anhänger besaß. Die inneren Bindungen an die USA entsprach in der Tat auch die materielle Interessenlage des Landes; denn die großzügige nordamerikanische Entwicklungshilfe wirkte sich in Paraguay höchst segensreich aus. Washington honorierte Paraguays freundschaftliche Haltung, ebenso auch Stroessners Bemühen, sein Land behutsam, natürlich ohne Risiko eines Rückfalls in die früheren, oft chaotischen Zustände, zu demokratisieren. Präsident Kennedy übermittelte ihm telegraphisch seine Glückwünsche zu diesen Demokratisierungsfortschritten, Präsident Johnson empfing ihn in den Vereinigten Staaten als offiziellen Ehrengast. Trotz grundsätzlicher Vorbehalte gegenüber autoritären Regimen bewerteten die Amerikaner viele Wesenszüge Stroessners positiv: - seine Politik des guten Schuldners - die Toleranz gegenüber allen Religionsgemeinschaften - den Ruf persönlicher Integrität und sein und seiner Ehefrau einfaches, würdiges Auftreten - das Ja zum Prinzip des freien Unternehmertums - den Verzicht auf viele, sonst in autoritär regierten Ländern übliche, demagogische Praktiken. Linksradikal beeinflussten Versuchen, die Beziehungen Paraguays zu den USA unter dem Gesichtspunkt von Präsident Carters Menschenrechts-Maxime zu stören, blieb durchschlagender Erfolg versagt, obschon unter Carter in Washingtoner Verlautbarungen mitunter von dahinzielenden Maßnahmen die Rede war. Derartige Nachrichten wurden dann zwar stets in der europäischen Linkspresse eingehend und mit Wohlgefallen kommentiert, erwiesen sich indes, was Paraguay anlangt, fast immer als stark übertrieben. Infolge des historisch bedingten Entwicklungsstandes respektierte leider kaum ein einziger Staat der lateinamerikanischen Welt die Menschenrecht in allen Einzelheiten so, wie das den Vorstellungen der Nordamerikaner entsprechen würde. Im Vergleich zu dem, was zugestandenermaßen in manchen führenden Ländern Iberoamerikas gegen diese Ideale gesündigt wird, nahmen sich die gegen Paraguay erhoben Vorwürfe, soweit sie halbwegs fundiert wirken, recht unbedeutend aus. Es ist nicht anzunehmen, dass die USA unter Präsident Reagan ihre Hilfe und Unterstützung, welche sie seit Jahrzehnten großzügig den Ländern Süd- und Mittelamerikas zukommen ließen, als Ganzes abstoppen; dass sie aber ausgerechnet über Paraguay, ihren treuesten Freund in diesem Teile der Welt, den Boykott verhängen, mutet noch weniger wahrscheinlich an. Mit der gleichen Streitigkeit wie im Falle der Vereinigten Staaten bemühte sich Stroessner seit 1954 um ein gutes, freundschaftliches Verhältnis zur Bundesrepublik Deutschland. Denn er teilte die deutschfreundliche Einstellung seines Volkes und bekannte sich auch wohlgefällig und mit Stolz zur bayerischen Abstammung des Vaters, der sein Leben lang patriotisch für seine deutsche Heimat empfand und die Kinder, auch den späteren Präsidenten, dazu erzog, Deutschland als ihr zweites Vaterland zu betrachten. Bei der deutschen Kolonie in Paraguay, auch bei den deutschstämmigen Mennoniten, erfreute sich Stroessner dadurch ganz besonderer Beliebtheit; man nannte ihn dort gelegentlich im Scherz "die effizienteste Form deutscher Entwicklungshilfe an Paraguay". Von derartigen Erfogen der deutschen Kolonie unterschied sich freilich sehr gründlich die Beurteilung, welche dem Präsidenten seit langem in manchen Organen der deutschen Presse zuteil ward. Stroessner vermerkte immer wieder mit Bitterkeit, dass ausgerechnet im Heimatlande seines Vaters viele Zeitungen und das fernsehen ihn bei jeder Gelegenheit, oft genug unter wahren Vorwänden, angriffen und mit unsachlicher, Hasserfüllt wirkender Kritik überschütteten. Am meisten Publizität erlange dabei die sogenannte Mengele-Affäre, die sich, mit langjähriger Unterbrechung, in deutlich voneinander abgehobenen Phasen, über mehr als zwei Jahrzehnte hinzog. Auf sie soll nachstehend näher eingegangen werden, obschon sich die Ansatzpunkte der Polemik inzwischen, einer nach dem anderen, als offenkundig widerlegt und für die Angreifer beschämend erwiesen haben. Denn der Vorgang zeigte deutlich die von gewissen Massenmedien geflissentlich gegen Paraguay betriebene, bösartige Desinformationspolitik: In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die paraguayische Regierung dem eingewanderten deutschen Arzt Dr. Josef Mengele durch Einbürgerung die paraguayische Staatsangehörigkeit verliehen, die das von allen lateinamerikanischen Ländern in mehr als anderthalb Jahrhunderten seit ihrer Unabhängigkeit großzügig und millionenfach praktiziert wird. In diesem Falle stellte sich jedoch nachträglich heraus, dass der Eingebürgerte in dringendem Verdacht stand, als früherer SS-Arzt im Konzentrationslager Auschwitz scheußliche Verbrechen an jüdischen Häftlingen begangen zu haben. Als die Weltöffentlichkeit Anfang der Sechziger Jahre darauf aufmerksam wurde, verschwand Mengele sofort spurlos und für immer aus Paraguay. 1963 richtete das Auswärtige Amt in Bonn auf Betreiben der zuständigen deutschen Staatsanwaltschaft über die Botschaft Asunción eine Anfrage an die Paraguayische Regierung, ob sie bereit sei, Mengele an die Bundesrepublik Deutschland auszuliefern. Nach sorgfältiger Nachforschung erwiderte Paraguay, Mengele befinde sich nicht mehr im Lande, seine Anschrift im Auslande sei nicht zu ermitteln. Im Falle seiner Rückkehr komme jedoch eine Auslieferung an die Bundesrepublik nicht in Betracht, weil er bereits 1959 die paraguayische Staatsangehörigkeit erworben habe und die Auslieferung eines eigenen Staatsangehörigen an eine fremde Macht mit der paraguayischen Souveränität unvereinbar sei. Aufgrund des bekanntgewordenen Verdachtes wurde schließlich ein Haftbefehl gegen Mengele erlassen, damit er im Falle seiner Rückkehr als Paraguayer vom zuständigen paraguayischen Strafrichter zur Rechenschaft gezogen, gegebenenfalls auch abgeurteilt werde. In Deutschland löste nun die paraguayische Antwort eine phrenetische Hetze gegen den angeblich antisemitischen "Diktator" Stroessner aus, weil er den für den Massenmord an Juden verantwortlichen Höheren SS-Führer mit Hilfe eines raffinierten "Einbürgerungs-Tricks" seiner Strafe zu entziehen versuche.

Die unter Federführung eines Hamburger Nachrichtenmagazins gegen Paraguay entfesselte Kampagne ist bei objektiver Überlegung schon deswegen unverständlich, weil unmittelbar zuvor eine völlig analoge Stellungnahme der - damals noch demokratischen - chilenischen Regierung zu einer gleichgelagerten Fall in Deutschland keinen derartigen Unwillenssturm hervorgerufen hatte, vielmehr von unserer Presse fast kommentarlos zur Kenntnis genommen worden war: Chile hatte das deutsche Ersuchen um Auslieferung des dorthin geflüchteten SS-Standartenführers Rauff, Kommandeurs der berüchtigten sogenannten "mobilen Gaskammern", unter Berufung auf die chilenische Souveränität abgelehnt. Der Vorwurf antisemitischer Motive war obendrein gerade im Falle Paraguays töricht, denn das Land kennt nicht nur gemäß seiner Verfassung, sondern auch tatsächlich keinerlei Rassendiskriminierung, seine jüdischen Mitbürger waren zu keiner Zeit irgendwelcher Animosität ausgesetzt. Im Gegenteil, Paraguay hatte als einziges Land der Welt während der ganzen Hitlerzeit jüdischen Flüchtlingen unbegrenzt die Einwanderung gestattet. Auch erkannte man in der deutschen Öffentlichkeit sehr bald, wie unglaubhaft und peinlich der vorgespiegelte Unwille über die Nicht-Auslieferung eines eigenen Staatsangehörigen in der Welt wirken musste; hatte doch gerade Deutschland sich nach seinen Niederlagen von 1918 und 1945 unter Berufung auf das Völkerrecht standhaft und mit Erfolg geweigert, eigene Staatsangehörige wegen angeblicher oder tatsächlicher Kriegsverbrechen an die Siegermächte auszuliefern. Als Stroessner dann 1973 auf Einladung von Bundespräsident Heinemann die Bundesrepublik besuchte, wurden zwar einige kleinere kommunistisch inspirierte Demonstrationen veranstaltet, aber vom Fall Mengele war damals fast kaum noch - in einer Reihe nachfolgender Jahre sogar überhaupt nicht mehr - die Rede. Vorübergehend änderte sich das freilich von Grund auf, als die Bundesregierung Stroessner für Juli 1985 zu einem zweiten Staatsbesuch nach Deutschland einlud: Wieder unter Führung linksgerichteter Massenmedien wurde gegen Paraguay ein Entrüstungssturm entfacht, allerdings mit abgewandelter Argumentation. Das zwanzig Jahre zuvor beschämenderweise heftig bestrittene Recht jeden Staates, die Auslieferung eines eigenen Staatsangehörigen an eine ausländische Macht abzulehnen, wurde jetzt stillschweigend anerkannt. Entscheidend dafür waren wohl die schon angeführten Gründe. Hinzu kam aber noch in dieser zweiten Phase, dass Paraguay inzwischen gemäß paraguayischem Staatsangehörigkeitsrecht Mengeles Einbürgerung in aller Form widerrufen hatte (was, ähnlich wie in den USA, erfolgen kann, wenn der Eingebürgerte sich ununterbrochen durch Jahre ohne Kontakt mit einer paraguayischen Auslandsvertretung im Auslande aufhält). Infolgedessen wurden die Angriffe gegen Stroessner nunmehr nur auf die frei erfundene, völlig unsinnige Verdächtigung gestützt, Stroessner behaupte zwar Mengeles Aufenthaltsort nicht zu kennen, halte ihn aber in Wahrheit seit über zwei Jahrzehnten in Paraguay verborgen - vermutlich, um ihn von Racheakten von Familienangehörigen der in Auschwitz ermordeten Juden oder, wie das im Falle Eichmann geschehen war, vor Verschleppung durch den israelischen Geheimdienst zu schützen. Abenteuerliche, einander widersprechende Thesen wurden ersonnen, um das plausibel zu machen: Der Staatspräsident habe Mengele im militärischen Sperrbezirk des Chaco einen geheimen Unterschlupf zugewiesen, oder die im Chaco lebenden Mennoniten hätten ihn mit Stroessners Einverständnis bei sich aufgenommen; nach einer anderen Version wolle eine im Präsidentschaftspalais beschäftigte paraguayische Putzfrau angeblich bezeugen, dass der Staatspräsident allwöchentlich Mengele kommen lasse, um seine ärztlichen Dienste in Anspruch zu nehmen. Glauben konnte an solche Absurditäten kein vernünftiger Mensch, der je in Paraguay gelebt hat. Denn innerhalb der über drei Millionen zählenden Bevölkerung des Landes bildete die deutsche Kolonie eine abgegrenzte Gemeinschaft, in welcher jeder durch ständigen Kontakt fast jeden kannte. Ein deutscher Akademiker, der wie Mengele dort lebte und hunderten dem Aussehen nach, oft auch persönlich, bekannt war, obendrein noch durch die deutsche Pressekampagne vor 20 Jahren im Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit stand und traurige Berühmtheit erlangte, konnte einfach nicht auf die Dauer unerkannt verborgen bleiben. Die Vorstellung, der Staatspräsident habe insgeheim den Gesuchten, wo auch immer im Lande versteckt gehalten, mutete geradezu kindisch an. Dennoch ließ sich eine französische linksradikale Journalistin jüdischer Abkunft von diesen unsinnigen Thesen so beeindrucken, dass sie während eines Aufenthaltes in Paraguay demonstrativ ein großes Spruchband mit der Aufschrift: "Stroessner! Du lügst!" durch die Straßen Asuncións trug; sie kehrte indes nicht nur völlig unbehelligt, sondern auch ohne jeden Erfolg aus Paraguay zurück. Denn gerade in diesen Tagen war es der zuständigen deutschen Staatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit brasilianischen Behörden gelungen, das vor Jahrzehnten bezogene, sorgfältig mit falschen Personalpapieren getarnte brasilianische Versteck Mengeles im Raume von Sao Paulo ausfindig zu machen. Mit einer Gewissheit, die nicht den Schatten eines Zweifels mehr lässt, wurde damals der Nachweis erbracht, dass Mengele dort 1979, also bereits vor sechs Jahren, an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben und unter falschem Namen bestattet worden war. So sahen sich die Urheber der Lügengeschichten dem öffentlichen Spott preisgegeben, - mit ihnen freilich auch eine große Menge durch sie leichtgläubig Getäuschter, unter denen sich in Deutschland bedauerlicherweise sogar seriöse Persönlichkeiten in amtlicher Position befanden. Kurz vorher aber hatte Stroessner von sich aus seinen geplanten Staatsbesuch wegen unzureichender Vorbereitung auf unbestimmte Zeit verschoben. - Von dem Augenblick an, in welchem die albernen Phantasiegespinste, des "Falles Mengele" sich als definitiv entlarvt und widerlegt herausstellten, verschwand dieser Name spurlos in den deutschen Zeitungen und Zeitschriften, deren Lieblingsthema "die Affäre" seit Wochen und Monaten gewesen war. Nirgends fand sich auch nur ein Wort des Bedauerns darüber, dass man soeben noch das Staatsoberhaupt eines befreundeten Landes, obendrein einen warmherzigen Freund Deutschlands, ohne den geringsten Beweis, ja sogar ohne halbwegs vernünftige Verdachtsmomente, in monatelangen Schimpfkanonaden öffentlich einer bewussten Unwahrheit geziehen hatte. Mit seiner auf einfachen, klaren Prinzipien basierenden Politik erzielte der Präsident recht beachtliche Erfolge. Die neueste Auflage von Brockhaus' Enzyklopädie fasst unter dem Stickwort "Paraguay" das Erreiche summarisch zusammen: "Während seiner Regierungszeit hat Stroessner die Landwirtschaft weiterentwickelt, das Bildungswesen gefördert, ein großzügiges Straßenbauprogramm zur Erschließung des Landes in Angriff genommen und durch den Bau von Fernstraßen Paraguays Abhängigkeit von der Flussschifffahrt gemildert, ferner den Flugverkehr intensiv ausgebaut. Vor allem gelang es ihm, die Währung stabil zu halten." Diese Aufzählung ist, auch was sie materielle Leistung betrifft, unvollständig, außerdem aber fehlt darin der erzielte soziale Fortschritt. Als Beispiel dafür dürfen die bisherigen Erfolge der Bodenreform erwähnt werden: unter anderem kann sich jeder junge Paraguayer am Ende seiner militärischen Dienstzeit vom Staat zwanzig Hektar gutes Land schenken lassen, wenn er sich verpflichtet, sie als Bauer selbst zu bewirtschaften und einen minimalen, symbolischen "Kaufpreis" langjährig aus dem Ertrag abzuzahlen. In Ostparaguay wurden bereits in den Anfangsjahren der Bodenreform auf einem einzigen, bis dahin sieben Großgrundbesitzern gehörenden Areal über 10000 frühere Soldaten nach diesem Modell angesiedelt. Inzwischen hat die Bodenreform Erfolge von früher nie erhofftem Ausmaße vorzuweisen: Allein im Jahr 1980 wurden laut einem Bericht der Bundesstelle für Außenhandelsinformation; Köln, vom 12.5.1981 nicht weniger als 8,8 Mio. ha an 301000 paraguayische Familien aufgeteilt. Nicht erwähnt ist ferner in der Brockhaus'schen Zusammenstellung das Prestige, das Stroessner als mit Abstand am längsten amtierender Staatschef des amerikanischen Kontinents für sein Land im Konzert der iberoamerikanischen Staaten und darüber hinaus erworben hat, was beispielsweise durch seine Einladungen als offizieller Gast de Gaulles, Präsident Johnsons und des japanischen Kaisers, 1973 auch des deutschen Bundespräsidenten dokumentiert wird. De Gaulle hatte vorher bereits, anlässlich seines eigenen Besuches in Asunción, mit bemerkenswerter Wärme Stroessners "Verdienste um die Sicherung der inneren Freiheit und äußeren Unabhängigkeit für sein Land" gefeiert. - Insbesondere aber fehlt bei Brockhaus die psychologische Wirkung des Vorhandenseins einer jahrzehntelang stabilen, in die Zukunft planenden Regierung auf das Lebensgefühl und die Schaffensfreude eines drei Menschenalter lang durch Kriege, innere Wirren, Umstürze und Unsicherheit gequälten Volkes. Obwohl Stroessners Popularität trotz der langen Zeit seiner Präsidentschaft ungebrochen ist und er - auch nach Ansicht der Opposition - immer noch die überwältigende Mehrheit der Paraguayer hinter sich hatte, wies das Regime dennoch, wie jedes Werk von Menschenhand, Schattenseiten auf. So fehlte es - typisch für einen Entwicklungsland - besonders in der mittleren Schicht an einer ausreichenden Zahl qualifizierter, zuverlässiger und integrer Arbeitskräfte für die Verwaltungsaufgaben. Die unvermeidliche Folge war, wie stets in solchen Fällen, Korruption, zumal der Präsident, sozusagen als "pretium stabilitaris", bei den natürlich auch in der Coloradopartei und im Offizierskorps, seinen beiden Hauptstützen, vorkommenden Missbräuchen nicht immer so einzuschreiten seien, wie das an und für sich wünschenswert gewesen wäre. Obwohl es auf der Erde wohl kein Entwicklungsland ohne Korruption gibt, bieten solche Vorgänge selbstverständlich der Kritik Ansatzpunkte. Ähnlich wie mehrere andere iberoamerikanische Staaten litt auch Stroessners Regime unter der vom linksgerichteten Teil des katholischen Klerus ausgehenden Unruhe. Seit Ausbruch des Konflikt in Paraguay 1968 haben sich aber noch keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass solche Umtriebe zu einer wirklichen Bedrohung der Regierung führen könnten. Gegenstand ernster Sorge hingegen sollte es für Paraguay sein, dass der Staat ausschließlich und ohne Alternative auf Stroessner allein gegründet war. Gegen die Gefahr eines Militärputsches sichere der Präsident sich ausgezeichnet ab. Seine Vorsichtsmaßregeln zur Verhütung von Attentaten dagegen schienen unzureichend, bei politischen Kundgebungen und bei Volksfesten beispielsweise bewegte er sich in der Menge ohne überzeugende Vorkehrungen. Auch der Raubbau an seinen Körperkräften, den Stroessner durch ständige Arbeitsexzesse trieb, gab zu Bedenken Anlass. Es wäre zu begrüßen, wenn er die Stabilität des Regimes durch Designierung eines besonders geeigneten Mitarbeiters verstärkt, damit das Land nicht bei seinem etwaigen Abtreten in das Chaos früherer Jahrzehnte zurücksinkt. Wenn man ein wertendes Gesamturteil über eine geschichtliche Persönlichkeit anstrebt, stellt sich zunächst die Frage, ob dabei ideologische oder pragmatische Maßstäbe anzulegen sind. Viele deutsche Publizisten, die gerne als "engagiert" und "progressiv" bezeichnet werden, glauben sich im Besitz einer absoluten, universalen Wahrheit; sie messen Wert oder Unwert der Regierenden teils anhand der chiliattischen Heilslehre des Kommunismus, teils nach einem auf die parlamentarische Demokratie abgestellten Ausschließlichkeitsprinzip. Gemäß beiden Wertmessern erhielt Paraguay und sein Präsident von ihnen keine gute Note. Aber gerade die Washingtoner Lehrmeister der Demokratie haben eine abweichende Denkkategorie entwickelt: nach ihr werden sogar fast totalitäre Regime, denen gegenüber die nur autoritäre Regierung Stroessners freiheitlich wirkte, wenn von übertragendem Nutzen für ihr Land, unter der Bezeichnung "benevolent dictatorship" als verdienstvoll und förderungswürdig anerkannt. Unter diesem Gesichtspunkt erschien von Interesse, wie eine besonders qualifizierte, in ideologischer Gegnerschaft zu Stroessner stehende Institution ihr Urteil über den Präsidenten artikulierte: Der Jesuitenorden, der bekanntlich seit geraumer Zeit sich in der ganzen Welt politisch linke Parolen zu eigen machte und auch in Paraguay als Gegenspieler Stroessners auftrat, definierte in dem 1968 herausgekommenen ersten Teile eines auf vier Bände geplanten Werkes "Paraguay, Allgemeiner Überblick" seine Ansicht über den Präsidenten mit folgenden Worten: "Nach Jahren der Anarchie und nach einem grausamen Bürgerkriege übernahm 1954 ein geschickter und starker Mann, der General Alfredo Stroessner, die Regierung. Der Präsident-General übt persönlich fast täglich eine direkte Kontrolle über die militärischen und politischen Kader aus. Zweifellos ist der Fortbestand seiner Regierung dieser Vorsicht Stroessners zuzuschreiben. Er ist ein Mann von 56 Jahren, in voller Kraft, von schneller Intelligenz, tüchtig und verschlagen, von großer Vitalität, hohe Ansprüche an seine Mitarbeiter und an sich selbst stellend. Er hat dem Land vierzehn Jahre politischer und wirtschaftlicher Stabilität gesichert und es, nach einem halben Jahrhundert der Anarchie, dazu gebracht, unter Bedingungen zu leben, die sich für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung eignen." Wer bestrebt ist, politische Tatbestände nicht aufgrund vorgefasster Konzeptionen, sondern nach den ihnen zugrundeliegenden Fakten zu beurteilen, wird dem Verdikt des geistig wohl höchstsehenden unter den Gegnern des Präsidenten Stroessner nicht viel hinzuzufügen haben. Es spricht für den geistigen und politischen Weitblick des Jesuitenordens, dass das von ihm 1968, nach vierzehnjähriger Präsidentschaft Stroessners, mit erkennbarem Widerstreben abgegebene positive Werturteil sich in den seitdem verstrichenen achtzehn weiteren Jahren seiner Amtszeit in jeder Silbe als zutreffend erwiesen hat. Noch bemerkenswerte dürfte sein, dass der Orden sein positives Urteil über Stroessner auch dann nicht widerrief oder abschwächte, als die Beziehungen sich später infolge por-kommunistischer Sympathien und Aktivitäten einzelner Patres trübten. Mehrere in Paraguay tätige Ordensangehörige wurden polizeilich gemaßregelt, zwei von ihnen sogar aufgrund ihrer ausländischen Staatsangehörigkeit mit Polizeigewalt außer Landes geschafft. Daraufhin wurden Polizeichef und Innenminister - vorübergehend - exkommuniziert. Selbstverständlich war allen Beteiligten klar, dass das Vorgehen gegen die kommunistisch infizierten Ordensangehörigen auf höchster Ebene beschlossen worden war. Aber die Einschätzung der Persönlichkeit des Staatspräsidenten, wie sie der Orden in seiner Publikation von 1968 zum Ausdruck gebracht hatte, schloss von vorne herein jeden gegen ihn persönlich gerichteten Schritt aus.

 

 

 

 

Geschichtliches

Der Gran Chaco war Schauplatz des blutigen Chacokriegs zwischen Paraguay und Bolivien in den Jahren 1932 bis 1935, der sich an Gerüchten über umfangreiche Ölvorkommen entzündete. Die nach dem paraguayischen Sieg durchgeführten Probebohrungen blieben jedoch erfolglos.



 

 

Bevölkerung

Der Gran Chaco ist vor allem im Norden und Westen ein sehr dünn besiedeltes Gebiet, das sich nur bedingt als Weideland nutzen lässt. Im Süden, im argentinischen Teil, ist die Besiedlung deutlich dichter. Charakteristisch für das Gebiet sind die so genannten Jesuitenreduktionen. Im Umkreis dieser Missionsstationen sind in der Vergangenheit Guarani-Indianer christianisiert und angesiedelt worden. Auch viele deutschstämmige Mennoniten haben sich im Gran Chaco angesiedelt.

Noch heute leben sehr viele Nachkommen verschiedener Indianerstämme im Chaco, die meisten gehören zur schon genannten Tupi-Guaraní-Sprachfamilie, wie die Chiriguano und Chané im nördlichen Argentinien. Nicht zu den Guaranís gehören dagegen die Wichi und Toba im Grenzgebiet zwischen Argentinien und Paraguay. Ausgestorben ist heute dagegen der paraguayische Indianerstamm Abipón. ist die in der Region noch verbreitete Sprachfamilie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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